Werl – Das Nummernschild hatte es immer verraten: „NRW“ stand vorn, statt „SO“. Ein Zeichen, dass das Mannschaftstransportfahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes nicht dem Ortsverband Werl gehörte, sondern dem Land. Nun ist dieses Fahrzeug für den Katastrophenschutz des Landes nach Warstein verlegt worden. Damit klafft im Fuhrpark des DRK Werl nun sichtbar eine Lücke: Der Parkplatz, für den der Ortsverein Standmiete bezogen hatte, ist plötzlich frei.
Daher überlegt das DRK Werl jetzt, einen fahrbaren Ersatz anzuschaffen. Denn das Landesfahrzeug hatte die Werler Einheit für eine bestimmte Art von Einsätzen nutzen dürfen. Nun, so Werls DRK-Chef Bernd Reinold, werde es problematisch im Bedarfsfall: „Wenn wir einen Einsatz haben, wird es eng.“ Um alle Kräfte zum Einsatzort bringen zu können, benötige das DRK ausreichend Fahrzeug-Kapazität. Dabei habe ein eigenes Fahrzeug seinen Reiz: „Wenn wir es kaufen, können wir es für alle Einsätze nutzen, nicht nur für bestimmte.“ Es stehe dem DRK mit seinen rund 60 Aktiven aus dem Sanitäts- und Rettungsdienst sowie dem Blutspendeteam also anders als das Landesfahrzeug zu 100 Prozent zur Verfügung. Also wird der Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs jetzt diskutiert.
Das gilt auch unverändert für den Einbau eines Aufzugs im DRK-Heim am Kurfürstenring. Dass die Überlegung aktuell wieder in den Fokus rückt, ist einer anderen Entwicklung in Werl geschuldet: Da das inklusive Café Dreiklang bald schließt, gibt es vermehrt Anfragen von Selbsthilfegruppen beim DRK Werl, ob sie alternativ das DRK-Heim nutzen können. Ein Ansinnen, dem man gerne nachkomme, so Reinold. Vier Selbsthilfegruppen werden daher schon bald die Räume nutzen. Da mache es Sinn, dass das Obergeschoss barrierefrei erreichbar ist. Entschieden ist aber noch nichts. „Aber den Standort barrierefrei zu haben, wäre schön“, sagt Reinold.
Mitgliederwerbung startet Montag
Unterdessen wird das DRK Werl auch aktiv bei der Mitgliederwerbung. Vom kommenden Montag, 16. März, an, werden Werber von Tür zu Tür gehen, um neue Mitglieder für den Ortsverein zu gewinnen. In den Nachbarstädten und -gemeinden habe es diese Werbeaktionen bereits gegeben, nun ist Werl an der Reihe. Bei Polizei und Ordnungsamt ist die Aktion angemeldet, das DRK will aber auch die Öffentlichkeit informieren, dass es seine Richtigkeit hat, wenn Helfer klingeln. „Sie werden deutlich erkennbar sein“, sagt der DRK-Chef.
Die Aktion sei nötig nach spürbarem Mitgliederschwund. Als Reinold vor rund zehn Jahren als Vorsitzender startete, habe das DRK Werl noch über 1000 Mitglieder gehabt. Nun seien es keine 500 mehr.
